Donnerstag, 3. Dezember 2020

Kein großartiges Thema

 Was schreibt man, wenn man kein großartiges Thema hat? Ich schreib einfach drauf los. Zuallererst Mal, es geht mir gut. Also im Großen und Ganzen. In meinem Leben ist sowas wie normaler Alltag eingelegt. Ich bin jetzt die 5. Woche wieder in der Arbeit und ja, was soll ich da groß sagen - es es läuft alles wieder ganz normal. Ich habe die letzten Wochenenden und an den letzten Freitagen die Gelegenheiten genutzt und bin wieder richtig lange laufen oder spazieren gegangen. Ich war so an einem Freitag morgens in Nürnberg in der Stadt und bin bevor ich mal wieder shoppen war meine lieblingsrunde gelaufen. Vom Parkhaus über die Insel Schütt zum Hauptmarkt, dann den Burgberg hoch zur Burg und über das Dürerhaus hinunter zurück in die Innenstadt. Insgesamt bin ich mehr als 3 Stunden gelaufen, so lange wie seit Ende August nicht mehr. Und das tat richtig gut. 

An den Wochenenden gehe ich mit meiner Ex spazieren, so haben wir beide immer was vor und bleiben in Bewegung.


Donnerstag, 5. November 2020

Wieder in der Arbeit

 Nach mehr als 8 Woche bin ich seit Montag, 2.11.2020 wieder in der Firma. Zurück im ganz normalen Alltag. Und es war ganz genauso wie immer. Kein großartiges Willkommen oder so. Drei Kolleginnen waren kurz bei mir und haben sich erkundigt wie es geht. Der Rest ganz kurz Hallo... Und schon war ich wieder richtig mitten drinn im normalen Wahnsinn, auch wenn es hier noch ziemlich ruhig zu geht. Ich merke jetzt auch noch am 4. Tag, dass ich noch nicht voll da bin. Die Tage strengen mich sehr an, sodass ich, wenn ich heimkomme total müde bin. Am Dienstag war ich dann auch gleich noch nach der Arbeit bei meiner Therapeutin von den Erlebnissen der letzten Wochen erzählen. Und der Tag hing mir besonders lange nach. Es kommt ja noch hinzu, dass ich gegen 5 aufstehe und meine Morgenroutine jetzt schon länger dauert. Aber gut Ding halt...

Im Moment würde ich mich am liebsten hinlegen und schlafen. Ich hoffe, das ändert sich bald wieder. Früher hatte ich solche Zustände, weil ich die letzten Jahre nervlich immer so unter Druck gestanden bin. Das hat sich endlich gelegt, denn ich fühle mich so wie ich jetzt bin richtig gut und wohl. 

Sonntag, 1. November 2020

Die Zeit zuhause nach der OP

 Es sind jetzt schon wieder 2 Monate vergangen, das ich in den Dr.  Lubos Kliniken in München Bogenhausen von Dr. Markovsky operiert wurde. Seit dem 26. September bin ich ja wieder zuhause und habe mich von der OP erholt. Anfangs hatte ich immer wieder Schmerzen, natürlich nicht mehr so stark wie nach der OP, aber seltsamerweise immer Abends nach 19 Uhr. Ich habe dann natürlich Schmerzmittel genommen. Mit der Zeit immer weniger und schon bald gar keine mehr. Meine Tage zuhause waren ziemlich eintönig. Anfangs war ich ständig müde und erschöpft, sodass ich die meiste Zeit des Tages auf meinem Sofa verbracht habe. Abwechslung brachten die wöchentlichen Besuche beim Frauenarzt, der anschließenden Fahrt zur Apotheke und danach zum Supermarkt. Danach hab ich immer eine lange Pause gebraucht, so anstrengend war das die ersten Wochen. Meine Wundheilungsstörungen machten wir noch eine ganze Weile zu schaffen, wobei ich da wohl etwas überängstlich bin und mein Arzt immer sagt, das sieht alles sehr gut aus, ich soll mir keine Sorgen machen. Ich bekam auch vom Frauenarzt andere zusätzliche Salben. Dennoch sonderten einige Stellen weiter fleißig Fibrin ab, eine gelbliche zähe Flüssigkeit, besonders an Tagen, an denen ich mich mehr bewegte. Dennoch machte ich selbstverständlich das volle tägliche Programm mit bougieren und alle 1 bis 2 Tage spülen. Ich benutze die Größen 1 bis 3 regelmäßig, einmal die Größe 4 wobei die schon eine Herausforderung ist.

Bei meiner Endokrinologin war ich auch einmal. Ich bekomme jetzt zusätzlich Progesterongel und darf die Östrogene 2 mal täglich nehmen. Bis jetzt  fühle ich  mich sehr gut damit.

Nachdem es nach 7 Wochen mit dem Fibrinaustritten noch immer nicht besser geworden ist, hab ich wieder angefangen mir sehr viele Gedanken darüber zu machen. So hab ich mich dann entschlossen mit der Klinik Kontakt aufzunehmen. Zu meiner Erleichterung bekam ich einen Termin im MVZ für den 28.10.2020. Ich bin mit dem Auto nach München gefahren, und nicht wie sonst mit dem ICE. Ich fand, das sei ein guter Test für mich um zu sehen was wieder möglich ist. Und dank Sitzring war das auch kein so großes Problem. Es war nicht angenehm, aber es ging viel besser als gedacht.

Im MVZ musste ich 5 Minuten warten, dann holte mich der Arzt ab. Ich beschrieb im kurz meine Probleme und dann saß ich auch schon auf dem Gynstuhl zur Kontolle. Er war sehr sehr zufrieden mit der Situation und dem OP Ergebnis und konnte mir alle meine Bedenken und Sorgen nehmen. Was dann etwas unangenehm war, aber andererseits sehr gut - er entfernte mir 3 Wachstumspolypen. Kleine Teile von denen ich dachte das wäre Haut, die so halb abgerissen war und irgendwann abfällt. Der Arzt sagte das sind 3 Problemchen weniger, sie hatten die Haut daran gehindert an diesen Stellen richtig zuzuwachsen. Und ja das war eine meiner Sorgen. Der Arzt sagte dann, dass ich ab jetzt keine der verschriebenen Salben salben mehr nehmen soll, weder außen noch innen. Ich kann jetzt auf die östrogenhaltige Salbe oder Gleitgel beim Bugieren zurück greifen. Tja das wars dann da auch schon,  und so bin ich wieder zurück nach Nürnberg gefahren. Am nächsten Tag hatte ich wieder einen Termin beim Frauenarzt. Er war hocherfreut, als er sich die ganze Sache ansah. Ja, ich bin somit fertig mit der GaOP Teil 1. Der Rest heilt nun von selbst ab. Ich bin sehr froh und erleichtert darüber. 

Klar, es ist noch länger nicht alles ausgeheilt und beim Sitzen oder auch sonst tuts noch manchmal etwas weh. Aber was schön ist, die Fibrinabsonderungen haben aufgehört. Seit Donnerstag kommt nix mehr. Was bin ich erleichtert. 

Freitag, 9. Oktober 2020

Endlich wieder Zuhause

 Seit fast 2 Wochen bis. Ich wieder Zuhause. Am Schluss ging es in der Klinik doch noch recht schnell. Medizinisch gesehen sprach nichts mehr gegen die Entlassung, die Wundheilungsstörungen waren so gesehen, dass sie auch Zuhause irgendwann weggehen würden. Und so fuhr ich am Samstag den 26.09.2020 nach 3,5 Wochen mit dem Taxi zurück nach Hause. 2 Stunden auf meinem Sitzring. Ich musste mich oft hochstützen, weil das Sitzen ziemlich weh tat und war entsprechend froh, als ich zuhause an kam. Tja endlich wieder zurück. Ich leerte etwas die Koffer, und fing einen Teil der Sachen aufzuräumen. Auch stellte ich die Waschmaschine an um einen Teil meiner Sachen zu waschen. Danach lag ich erstmal auf dem Sofa und war froh mich ausruhen zu können. Am Tag darauf machte ich natürlich auch nicht viel. Waschmaschine an, den Rest auspacken, Sofa... 

Am Montag fuhr ich zur Apotheke, holte die Sachen die ich von der Klinik verschrieben bekam ab. Danach war ich Lebensmittel einkaufen. All das sehr sehr langsam, aber auch glücklich, die tun zu können. Am nächsten Tag hatte ich dann einen ersten Termin beim Frauenarzt. Der arbeitet in der Gemeinschaftspraxis meines Hausarztes. Nein ehemaliger Endo hatte hier ja auch gearbeitet, daher hat die ganze Praxis Erfahrung mit trans Menschen, was ein sehr großer Vorteil ist. Der Frauenarzt war jedenfalls mit der Heilung auch sehr zufrieden. Auch er meinte, das die Wundheilungsstörungen so nicht schlimm sind. Und das OP Ergebnis hat ihm im Vergleich zu anderen sehr gut gefallen. Danach musste ich nochmal zur Apotheke und war diesmal sehr froh, als ich wieder Zuhause war. Die zwei Tage hatten mich mehr angestrengt, als ich erst gedacht hatte, ich schlief fast den ganzen nächsten Tag. Am Samstag kam meine Ex und wir kauften zusammen im Supermarkt viele Sachen ein, was ich alleine nicht geschafft hätte. Sie blieb danach auch noch eine Weile bei mir. 

Diese Woche hatte ich dann den nächsten Kontrolltermin beim Gynäkologen. Er meinte der Heilungsprozess wäre in der Woche sehr gut verlaufen. So ist der nächste Termin erst in zwei Wochen. 

Von außen sieht es ja auch besser aus. Allerdings gibt's immernoch offene Stellen, machmal blutet es ganz leicht. Das ist da wo noch Fäden drin sind... Sitzen und stehen sind noch immer eine Qual. Länger als 20 min sitzen mit Sitzring sind fast nicht drin. Schlimm war der Besuch bei meiner Endokrinologin am nächsten Tag. Da musste ich 50 min warten und wusste nicht mehr wie ich sitzen soll. Und dann zur Apotheke fahren heim essen machen und danach Sofa... Mein Lieblingsplatz. 

Am Montag hab ich übrigens auch den Termin für die 2. OP in Bogenhausen bekommen. Die wird Anfang März stattfinden. Und dann hoffe ich dass ich dann dieses Kapitel abschließen kann. So frisch nach der großen OP habe ich nämlich keine große Lust auf weitere, bis auf die notwendige 2. GaOP. 


Donnerstag, 24. September 2020

Klinikalltag

 Jetzt bin ich also doch noch vom Katheter erlöst worden. Am Freitag, 18.9. kam er wieder raus. Ein leichtes brennen war das einzige was zu spüren war. Es folgten die ersten Toilettengänge. Sie waren nicht leicht, weil Schwellungen gab's immernoch aber doch nicht mehr so große, sodass diesmal die Blase geleert wurde. Ich geb's zu, die ersten Tage waren nicht so angenehm weil das Wasserlassen ziemlich anstrengend war. Und die ersten Male auch eher mit Wasserspielen vergleichbar war. Aber auch das ist jetzt alles viel viel besser geworden. Und es geht zu 95% als richtiger Strahl in fast die richtige Richtung. Und das ist so das größte für mich. Das war echt gute Arbeit hier. 

Mein Alltag ist ziemlich eintönig geworden. Alle zwei Tage Untersuchung mit säubern des gesamten OP Bereichs, dann Untersuchung außen und innen und danach gibt's ganz viel Salbe außen und innen rein. Das mit dem Beckenboden entspannen auf dem Gynstuhl wird besser, weil's langsam weniger weh tut. Es heilt nun doch, wenn auch langsam. 

Die Wundheilungsstörungen sind halt noch da, sie werden wohl langsam kleiner. Gestern wurden auch noch ein paar Fäden gezogen. Das war an ein paar Stellen, wo die Fadenenden böse gepiekst haben, gerade in dem Bereich wo es u.a. zu Wundheilungsstörungen kam. Seit dem die draußen sind ist das echt eine kleine Wohltat. Bis die Wundheilungsstörungen dann weg sind wird wohl noch etwas Zeit vergehen. 


Donnerstag, 17. September 2020

Tag 13 nach der OP

Die Tage vergehen. Mal mit mehr, Mal mit weniger Schmerzen. Am Montag kam um 6:45 ein Pfleger zu mir und entfernte den Katheter. Es war schon richtig ungewohnt wieder frei zu sein. Es war aber auch kein schönes Gefühl. Ähnlich wie bei einer Blasenentzündung. Man muss, aber es kommt nix. Ich sollte dann noch trinken, 2 bis drei Mal auf die Toilette und dann Bescheid sagen, dass ich runter in den Untersuchungsraum kann. Gut es wurden 4 Mal. Das erste Mal nur noch im Sitzen auf die Toilette zu gehen wurde dann nicht unbedingt zur Offenbarung. Bei Versuch 1 und 2 kam da nur wenig und nun es ging irgendwo hin... Bei Versuch 3 und 4 kam zum Teil mehr, wenn ich kurzzeitig eine gute Sitzposition gefunden hatte. Nach dem Versuch 4 fühlte ich mich ganz gut und klingelte. Unten durfte ich mich zur Sono auf die Liege legen. Aber mir war klar, das wird nix. Schon wieder was in der Blase. Also sollte ich nochmal hoch. Gut es kam wieder was auch zwei Mal mit Power und ich dachte yeah... Danach wieder runter auf die Liege. Die Ärztin schaute kurz drauf. Nein das wird nix noch 600 ml drin. OK, dafür ging's das erste Mal auf den Gynstuhl. Klammern ziehen hieß der Programmpunkt. Aber zuerst wurde alles gesäubert und desinfiziert. Dann fing der dazu geholte Arzt an auf der rechten Seite die erste Klammer zu ziehen. Das und auf der gegenüber liegenden Seite hatte mich seit Anfang an sehr geärgert, hier tat es immer sehr weh. Entsprechend sehr weh tat die erste Klammer. Zum Glück holte der Arzt ein Gel zur lokalen Betäubung. Danach waren die rechts und links an der Seite zwar nicht schön, aber erträglich, die anderen darunter und unten rum waren kein Problem. Danach gab's überall Salbe drauf und mir wurde ein neuer Katheter gesetzte. Die noch vorhandenen Schwellungen waren einfach zu groß, als das es Sinn machen ohne weiter zu machen. Das Teil zu haben ist zwar umständlich aber es stört so nicht weiter und ich hab beim nächsten Mal ein besseres Gefühl. 

Der nächst Tag bestand dann wieder ausruhen. Am Mittwoch war dann wieder spülen angesagt. Außerdem sollte ich mein Bougierset mitbringen. Aber zuerst gab's nach dem Säubern eine Einführung in Anatomie mit sehen, tasten und fühlen. Ich machte das unter Anleitung des Arztes sehr vorsichtig, weil ich immernoch Angst habe, das irgendwas weh tun könnte... Tat es aber nicht. Dann zeigte er mir wie man bougiert, mit dem kleinsten Bougierstab. Dann durfte ich es auch schon selbst machen. Ist schon ein ungewohntes Gefühl, besonders wenn da ein Arzt ist, der einen Tipps gibt, man sich entspannen muß und dabei auf dem Gynstuhl sitzt. Aber es hat gut funktioniert. Ab jetzt darf ich das selbst machen. 

Heute ist wieder ein Ruhetag. Und morgen schauen sie wieder, ob der Katheter raus kann

Montag, 14. September 2020

Die GaOP Tag 6 oder Tag der Befreiung

 Der wohl Spannendste oder entspannendste Tag in der Klinik ist wohl der Tag an dem der Stent raus kommt. 

Ich persönlich hatte mit dem Teil keine Probleme. Ich hab ihn aktiv selbst nicht gespürt. Was allerdings nicht heißt, das es angenehm war. Denn der Stent ist fest eingenäht über die großen Schamlippen. Und diese Nähte tun weh und das häufig. Und bei mir so stark, das ich ziemlich harte Schmerzmittel benötigt habe. Wenn die wirkten war alles OK... Die andere Auswirkung von Stent war die auf die Verdauung. Anscheinend drückt das Teil doch ab und an vom Darm was ab, wie auch immer, was nach der OP eh schon nicht gut funktioniert wird mit Stent nicht besser. ...

Am Vormittag also entschied die Visite das alles gut ausschaut und somit der Stent raus darf, allerdings kann es später werden. Wurde es auch. War dann am späten Nachmittag. Die Schwester kam und ich durfte das erste mal seit Freitag früh duschen. Was für eine Wohltat. Das ganze diente aber auch dazu, das im OP Gebiet Blutgrind und anderes eingeweicht wurden. Danach brachte mich eine Krankenschwester in den ersten Stock zum Behandlungszimmer. Ich musste noch an der Tür warten bevor ich rein durfte. Und dann zum ersten Mal überhaupt auf den Gynstuhl. Für eine trans Frau in meinem Alter ist das schon ein Erlebnis an sich, allerdings war das hinsetzen ziemlich schmerzhaft, weil sich die Nähte über den Stent und irgendwo was an der Seite stark bemerkbar machten. Es waren 3 Ärzte mit dabei. Die Ärztin gilt meine Hand, einer durfte die Arbeit machen und der andere sagte was er tun muss. Zuerst wurden dann die Nähte über dem Platzhalter entfernt. Zum Teil Recht unangenehm, aber das ging ganz schnell vorbei. Dann  wurde mit Wasser wieder alles bespritzt, ehe die Tamponagen entfernt wurden. Und zu guteletzt kam der Stent raus. Sie sagten mir ich soll mich entspannen, vorallem den Beckenboden. Ich glaub ich hab das ganz gut hin bekommen. Ich hab nur so ein seltsames ziehen verspürt, das ziemlich lang dauerte und dann war das Kind schon da. Richtig gesehen hab ich ihn nicht, war mir auch egal. Ich war eher erleichtert das das Teil soooo gut raus gegangen war. Dann wurde nochmal mit Wasser gespült und viel Salbe verteilt. Und dann kam endlich der interessanteste Teil für mich. Ich konnte die Rohbaustelle zu ersten Mal sehen. Mit einem Spiegel. Mir wurde alles gezeigt und Dank eines kleinen Instruments weiß ich auch das alles Gefühl hat. Es sah natürlich noch alles ziemlich wund und geschwollen aus, aber es ist alles am richtigen Ort und es wird im Lauf der Zeit immer besser. Und ja es ist endlich so wie es sein soll. Ich bin so froh darüber.