Freitag, 23. September 2022

12 Wochen nach dem Brustaufbau (Teil 2)

 Am Tag nach der OP kam dann der Verband ab und wurde gegen den schwarzen Kompressions-BH und den Stuttgarter Gürtel getauscht. Bei dieser Gelegenheit hatte konnte ich auch zum ersten Mal meine Brüste sehen. Meine Ärztin entfernte den Verband und meinte ich brauche keine Angst haben, die Nächte halten, da kommt nix raus. Hab damit eigentlich auch nicht mit gerechnet. Zumindest nicht, seit sie die neue Generation von Fäden verwenden.... Die beiden Brüste waren zum Teil grün, blau lila gefärbt, sehr geschollen aber ansonsten die schönsten die ich je sah. Ja da waren sie endlich. Ich muss gestehen der Anblick war schon sehr schön. Dann legte sie mir den Kompressions-BH an. Mein treuer Begleiter für die nächsten Wochen und drüber dann den Stuttgarter Gürtel. Und dann begann der Klinikalltag.

Der begann immer ziemlich für, wenn sie die Nachtschwester verabschiedet, dann Begrüßung durch die nächste Schicht, dann Frühstück, Frühstück abräumen, Visite, Zimmerreinigung, Mittagessen, Mittagessen abräumen, Kaffee und Kuchen bringen, Schichtwechsel, Abendessen bringen, Abendessen abholen, Thrombosespritze, Schichtwechsel ab und zu Tür auf und nachsehen ob alles OK ist... Am Donnerstag wurde dann die erste Drainage auf der rechten Seite gezogen, weil dort nicht mehr Flüssigkeit raus kam. Da war jetzt ziemlich unangenehm. Aber die Schwester die das machte, machte das wirklich sehr gut mit mir. Sie machte mit mir davor und dabei ein paar Atemübungen und sog den Schlauch dann raus. Pflaster drauf und nach ein paar langen Minuten war der Schmerz auch weg. Allerdings hatte ich von da an ziemliche Vorfreude auf die andere Seite. Es wurde mir dann gesagt, ich kann nach Hause, wenn aus der anderen Seite auch nur noch so wenig kommt wie auf der rechten Seite. Also hoffte ich auf den nächsten Tag. Ich bekam in der Woche drei mal eine Lympfmassage, was wirklich etwas ganz schönes war.

Leider füllte sich der rechte Behälter die nächsten Tage weiter ganz gut und ich verbrachte auch das Wochenende im Krankenhaus. Was andererseits aber ganz gut war, weil man gerade in der ersten Woche kaum alleine hoch kommt und doch viel Hilfe braucht. Allerdings wurde das dann immer besser und meine Spaziergänge über die Station wurden entsprechend länger. Das beste war auch der Tag, an dem ich mir zum ersten mal wieder die Haare waschen konnte, eine absolute Wohltat. Meine Ärztin war dann ab Donnerstag auf einem Kongress und kam erst am Montag wieder. Sie stand aber mit dem Arzt der dann täglich bei mir vorbei schaute in telefonischem Kontakt, auch mal Sonntag... Am Montag Morgen kam sie dann wieder zur Visite schaute sich das Ergebnis der OP an und war mit allem sehr zufrieden, auch mit der Menge Flüssigkeit die jetzt noch in dem Fläschchen war. Endlich konnte auch diese Drainage entfernt werden. Das machte eine Assistenzärztin. Auf einem Ruck, diesmal auch wieder ziemlich Schmerzhaft, aber die Freude nach hause zu kommen war einfach größer und nach ein paar Minuten ging es mir auch wieder gut. Ich packte meine Sachen. In der Zwischenzeit machen sie meine Papiere fertig. Ein Pflegeschüler begleitete mich, nachdem ich mich verabschiedet hatte zum Taxi. Er nahm meine Reisetasche, da ich ja noch nichts heben durfte. Der Taxifahrer brauchte diese dann auch bis an die Wohnungstür... Zuhause angekommen war ich erstmal froh wieder daheim zu sein, ruhte mich aber auch erstmal auf dem Sofa im sitzen aus. Danach Reisetasche auspacken und alles waschen und sauber machen und für ein paar Stunden ausruhen. Ich war für diese Woche noch krank geschrieben, die Wochen danach hatte ich Urlaub. Am nächsten Tag fuhr ich mit dem Bus zum Einkaufscenter zur Apotheke und wieder heim. Der Bus hatte leider so gut wie keine Federung und das tat meiner Brust überhaupt nicht gut. Ich wurde hart durchgeschüttelt und war froh  als ich wieder zuhause war. Das Wetter wurde wieder schön und ich konnte etwas auf dem Balkon im Schatten liegen. Mittwoch war ich dann zur OP Nachkontrolle beim Hausarzt, am Freitag zur Blutabnahme. Da bin ich zum ersten mal wieder mit dem Auto hingefahren, weil das durchgeschüttelt werden im Bus gar nicht schön ist. Montag musste ich wieder zum Arzt. Die Ärztin meinte das die Blutwerte total schlecht wären und wir nochmal ein Bluttest machen müssten. Am Mittwoch. Aber gleich einen Schnelltest. Die im Labor meine warum auf Mittwoch warten, sie macht den anderen Bluttest gleich mit. Wieder bei der Ärztin drin war die von dieser Aktion gar nicht erfreut, allerdings auch nicht von den Werten vom Schnelltest. Aber am nächsten Tag sollte ich einen Anruf bekommen zu dem neune Bluttest. Es rief mich ein Arzt an, der sagte er versteht das nicht, warum der Test gemacht wurde, und die Werte wären ok, er wolle darüber nochmal mit der Ärztin sprechen. Die bestand darauf das die Werte schlecht sind, sie selbst sei die Woche krank und ich solle in die Praxis kommen. Also fuhr ich gleich hin. Da schaute mich eine andere Ärztin an, die meine alle Werte sind ok und normal nach einer OP. Aber auch sie telefonierte nochmal mit der Ärztin. Mit dem Resultat das ich nochmal einen Bluttest machen soll, auch wenn sie das anders sieht. Am nächsten Tag (Mittwoch) erhielt ich wieder einem Anruf von dem Arzt der mich schon mal angerufen hatte. Er meinte die Werte sind immer noch zu hoch, sie können da nichts weiter machen und ich soll gleich kommen und bekomme eine Krankenhauseinweisung. Also wieder hin. Wieder eine andere Ärztin. Sie meinte, die Werte sind absolut in Ordnung, ich solle mir keine Gedanken machen. Das ist so nach einer OP. Also wieder heim und ja ab dann hatte ich auch noch so etwas wie Urlaub für die letzten paar Tage der Woche. (4 Tage)... 

Am Montage darauf ging ich wieder in die Arbeit. Die erste Woche war ziemlich anstrengend für mich. Nicht Tagsüber in der Arbeit, doch Treppensteigen war sehr anstrengend) aber abends zuhause schlief ich sehr früh ein... 

4 Wochen nach der OP hatte ich dann in der Klinik einen Kontrolltermin bei meiner Ärztin. Sie war vom Ergebnis sehr erfreut, bestimmt genau so wie ich selbst. Von diesem Tag an hatte ich dann den Stuttgarter Gürtel los. Das war etwas gewöhnungsbedürftig am Anfang aber schon eine Erleichterung. 

Nach 6 Wochen durfte ich damit anfangen den Kompressions-BH stundenweise weg zu lassen. 

Nach 8 Wochen hatte ich wieder einen Termin bei der Ärztin, den letzten für ein Jahr. Für die nächsten 2 Wochen sollte ich den Kompressions-BH noch tragen, nachts darf ich auf der Seite schlafen, was aber noch unangenehm ist. Ab Wochen 12 kann ich für ein paar Stunden auch normale BHs tragen. Ab Woche 12 brauche ich den Kompressions-BH nicht mehr. 

Nun in 4 Tagen sind die 12 Wochen rum. An mein schwarzes Teilchen, das ich auch in weiß habe, habe ich mich so sehr gewöhnt, dass er mir manchmal fehlt, wenn ich auf einen normalen BH umsteige. Von denen habe ich mir ja auch einige kaufen müssen, weil keiner meiner alten jetzt noch richtig gepasst hat. Und die richtigen zu finden war auch nicht ganz so einfach, aber eine schöne Erfahrung.

Von der OP fühle ich noch etwas. Teileweise immer noch Spannungsgefühle aber auch die fast nicht mehr. Taube stellen habe ich noch an der Unterseite beidseitig. Das dauert wohl am längsten, stört aber nicht weiter. Auf der Seite schlafen ist auch noch nicht ganz so gut, klappt aber mittlerweile besser und länger. Es dauert halt alles nach einer OP bis alles so gut verheilt ist, dass man davon gar nichts mehr merkt. 

Alles in allem bin ich sehr froh, dass ich die OP endlich hinter mir habe und ich jetzt wieder ohne Einschränkungen leben kann. Und schön schauts auch aus. 

Wenn ich es mir hätte aussuchen können, wäre mir persönlich diese OP im Herbst lieber gewesen als ausgerechnet im Sommer. Ich musste so sehr aufpassen was ich anzieht, damit man den BH nicht so sieht. Also immer etwas mit relativ kleinem Halsausschnitt und was wo sich die Träger nicht so abzeichnen. Und vor allem mit dem Teil war halt in der Sonne liegen nicht möglich. Gut ist eh ungesund und ich lagt trotzdem auf dem Balkon unterm Sonnenschirm. Aber egal, ich hab's hinter mir und der nächste Sommer kommt bestimmt. Vielleicht auch noch der eine oder andere schöne Tag in diesem Jahr, wer weiß. Allerdings hab ich eh noch keinen Bikini gekauft. Die Notwendigkeit war halt noch nicht da und die Auswahl in diesem Jahr im Kaufhaus war schon sehr mau. 



12 Wochen nach dem Brustaufbau (Teil 1)

12 Wochen nach dem Brustaufbau

Was bisher geschah: 

Das letzte Wochenende vor der OP war ganz schön. Das Wetter sowieso. Am Samstag war ich nochmal in Rottendorf und am Main und schon traditionell auf dem Schwanberg. Ich glaube dieser Ort ist schon etwas besonderes geworden, auch wenn ich nicht in der Kirche selbst war, aber dieser Ort gibt mir die Kraft und das Vertrauen, dass alles gut geht. Abends zurück war ich guten Mutes und genoss den warmen Sommerabend. Der Sonntag, ein Tag der Ruhe war es bei mir eher nicht. Ein DTM Autorennen in der Nachbarschaft ist alles andere als leise. Da mich das nicht interessiert, bin ich da auch nicht hin gegangen. Hab den Vormittag mit dem durchgehen meiner Krankenhausliste verbracht, nochmal geschaut im Internet wie die Brustop so abläuft (obwohl ich dass schon so oft zuvor gemacht habe und ich nix neues dazu gefunden habe). Am Nachmittag ab 16:00 sollte ich dann in der Klinik anrufen. Dort teilt man mir den Termin mit wann ich am Montag da sein soll. Da ich ohne Corona Schnelltest nicht in die Klinik darf bin ich um 15:00 zu einer der noch verbliebenen Teststationen gefahren, hab den Test gemacht. Das Ergebnis ließ ich mir, wie immer, aufs Handy schicken. Zuhause angekommen musste ich noch etwas warten bis ich das Ergebnis endlich hatte. Negativ - wie zu erwarten. Nicht umsonst war ich die Woche zuvor im Homeoffice geblieben und wenn ich draußen war nur mit der FFP2 Maske... Gut um 16:00 rief ich dann an und erfuhr, dass ich um 06:30 da sein sollte. Ich rief gleich bei der Taxizentrale an und bestellte mir ein Taxi für den nächsten Morgen. Gegen 18:00 / 19:00 kehrte dann auch wieder Ruhe draußen ein, als das Rennen beendet war. Vorbei auch der ständige Hubschrauberlärm der noch dazu kam... Den Abend verbrachte ich lange draußen auf dem Balkon und ging dann schlafen. Der Wecker holte mich um 4:30 aus den Träumen. Ich schloss meine Reisetasche (ja ich hatte diesmal wirklich wenig mit dabei - ganz ehrlich) und wartete auf das Taxi. Kurz vor 06:00 ging ich dann raus und wartete dort. Das Taxi kam pünktlich und dann gings los. Im Krankenhaus konnte ich mich gleich anmelden und ging dann hoch zur Station. Dort musste ich noch etwas warten, bis mich ein Pfleger auf mein Zimmer brachte. Er erklärt mir dann alles, auch das ich ein Doppelzimmer zur Alleinbenutzung habe. Er holte dann noch ein paar Papiere, die wir durchgingen incl. dem Speiseplan für die Woche. Dann ließ er sich nochmal meinen Coronatest zeigen, trug das Ergebnis in seine Papiere ein und machte noch den obligatorischen PCR Test. Dann packte ich meine Sachen aus, verlegte Verlängerungskabel. Danach zog ich das schöne OP Hemdchen an. Man teilte mir mit das ich um 9:30 dran wäre. Kurz danach kam meine Ärztin, zeichnete mich an und markierte was sie wo machen wird. Kaum war sie weg, kam der Pfleger wieder und teilte mir mit, dass ich nach der OP ein Einzelzimmer habe und ich doch bitte wieder alles was im Schrank und im Bad ist einpacken soll. Das im Tischwagen nicht, den ziehen sie mit der Reisetasche um. Also packte ich kurz wieder ein, legte die Badsachen und die Kabel auf den Tischwagen. Danach legte ich mich wieder ins Bett ... und schlief ein. Gegen Neun weckten sie mich dann auf und schoben mich aus dem Zimmer. Nach 10 Min auf dem Gang kam dann der Bettfahrdienst und schob mich zum OP Bereich zur Schleuse 2. Im Raum dahinter warten wir dann auf das weitere. Es kam auch ein Arzt zusammen mit einem Helfer, der die OP Liege neben mich schob. Der Arzt fragte mich nochmal nach Namen, Geburtstag und Zweck der OP fragt. Dann ging er die Akten auf Vollständigkeit durch. Haben Sie einen Coronaschnelltest gemacht, der fehlt hier. Ich sagte ja, ich habe den auf dem Handy und dem Pfleger gezeigt. Er sagt, da muss er nachfragen und verschwand. Nach ein paar Minuten kam er wieder und sagte, das Klinikmanagement kann das leider nicht anerkennen und wir müssen jetzt noch einen Coronaschnelltest machen, ehe es los geht. Also wieder 15 Min warten bis einer mit dem Test kam und nochmal 15 Min bis das Ergebnis da war. Vollkomme überraschen war auch dieser Test negativ. Dann ging es in den OP Raum. Da waren dann 2 Anästhesisten und einer der den Job lernen durfte. Sie suchten etwas, bis sie die geeignete Stelle für den Zugang gefunden hatten. Das ganze war recht lustig, dann gings auch schon los, ich bekam die Maske aus der Sauerstoff kommt vor das Gesicht gehalten und kurz danach sagten sie, dass jetzt das Narkosemittel anfängt zu laufen. Kurz danach konnte ich meine Augen nicht mehr kontrollieren und war auch schon weg. Das Aufwachen hat etwas gedauert. Während die Zeit zwischen Weg und aufwachen kurz wie immer war, kam mir das Aufwachen ziemlich lange vor. Schmerzen hatte ich keine, ich merkte ehr einen ziemlich starken Druck auf dem Brustraum. Ich lag wohl eine Stunde nach dem Aufwachen noch dort. In dieser Zeit gab es ein leckeres Orangeneis am Stiel. Tat nach der OP so richtig gut. Dann kam ich zurück ins Zimmer. Also in mein neues Zimmer. Meine Reisetasche und Handtaschen waren auch da, ebenso wie der Tischwagen. Den Kulturbeutel stellte eine Krankenschwester ins Bad, und mein Verlängerungskabel machten sie auch an. Dann warf ich einmal einen Blick auf das was da so drückte. Aber mehr als einen großen Verband der sich über den ganzen Brustraum erstreckte sah ich nicht viel, außer dass sich da zwei schöne Wölbungen abzeichneten. Andrea war richtig glücklich. An den Armen hatte ich jetzt zwei Zugänge, allerdings war nur am linken Arm der Tropfer. Dann hatte ich aber noch 2 Schläuche in mir, nämlich die Drainagenschläuche die in den Axeln steckten und zu zwei kleinen Auffangbehältern führten, die an den Seiten des Betts hingen. Durch die Schläuche lief schon einiges an Blut und was da halt so raus kommt.... Später kam dann auch die Ärztin und sagte mir dass alles gut verlaufen sei und dass sie etwas größere  Implantat eingesetzt hatte, was besser zu mir passt. (Jetzt wo alles abgeschwollen ist und das Ergebnis richtig sichtbar ist, kann ich sagen - Ja sie hat voll und ganz recht gehabt.) Sie saget auch dass ich später mit Hilfe aufstehen dürfe und ins Bad kann und ich Abends auch schon wieder richtig essen könne. Es kamen dann auch zwei Krankenschwestern und halfen mir beim Aufstehen. Das war richtig schwer und sollte es auch für ein paar Tage bleiben. Ohne die elektrische Rückenlehne wäre ich echt nicht hoch gekommen. Da merkt man erstmal wo die Brustmuskulatur ist und wie die arbeitet. Und genau die ist ja jetzt bei mir über den Implantaten. (Ja, ich habe mich für diese Variante der OP entschieden, die Implantate unter den Brustmusekel. Soll zwar schmerzhafter sein - was es nicht war, richtig Schmerzen hatte ich nämlich nie, es war eher wie ein ziemlicher Druck wie bei einem Muskelkater, aber es tat nicht weh) Nun der erste Gang führte ins Bad, es ging alles gut, auch wenn ich mich ständig fragten, ob alles in Ordnung wäre.... Das Gesicht waschen war eine Wohltat und dann ging es wieder mit etwas Hilfe ins Bett. Hier die richtige Position zu finden für die Rückenlehne und das dort hin kommen waren eigentlich die einzigen Hürden für die nächsten Tage, denn Aufstützen mit den Armen ist praktisch nicht möglich gewesen.. Aber gut man lernt das irgend wie anders zu machen und das klappt dann auch. Das Befestigen der beiden Drainagenbehälterchen ist leider etwas fummelig, ich ließ die beiden dann auch öfter im Bett liegen. Ungut ist übrigens, wenn es mal runterfällt, es kann zwar nicht raus gehen, dafür sind die Schäuchlein unter den Axeln festgenäht, aber der Ruck zieht ganz schön... Die erste Nacht verlief ganz gut und anders als Zuhause hatte ich keine Probleme damit auf dem Rücken zu schlafen. Hab mich wieder so daran gewöhnt, dass ich das auch jetzt noch zuhause vorzugsweise mache. 

Samstag, 2. Juli 2022

Juhuuuu Da bin ich wieder einmal.

 Vermisst mich jemand? Hat mich jemand vermisst?


Egal, ich schreib mal wieder was. Mir steht gerade der Sinn danach. 

Ok.  Wo fange ich an? Mit der neuen Arbeit vielleicht. Ja, da bin ich mega happy, dass ich es da so gut getroffen habe. Ja, ich hätte nicht erwartet, dass es so schön wird. Die Arbeit an sich macht mir viel Spaß und die Kollegen sind alle wirklich ganz toll. Vielleicht ist dies der Ausgleich für die letzten zwei Jahre Kurzarbeit und dann gerade im letzten Jahr für die Kündigung und die 11 Monate in der Transfergesellschaft. Das hat  hat ganz schön an den Nerven gezehrt. Aber dafür ist es jetzt um so besser...

Ja und dann steht endlich die wohl letzte OP für mich an. Nur noch wenige Tage. Und dann ist für mich in Sachen OP, zumindest was die Angleichung betrifft alles erledigt. Ich bin ja sonst mit mir zufrieden, muss ich sagen. Klar ich hätte gerne vorne mehr Haare wo die Geheimratsecken sind. Aber ist das tatsächlich notwendig? Das gute für mich ist, ich sehe das nicht so oft, also meist nur im Spiegel. Also da ich es so wenig sehe stört es mich auch nicht. Also spare ich mir das viele Geld dafür und gebe es für andere Sachen aus. Der Kehlkopf ist bei mir auch nicht all zu groß, als das er auffällt und mein Gesicht? Nein das ist MEIN Gesicht und irgendwie mach ich es nicht mehr verändern als es die Hormone für mich tun, abgesehen von der Bartepilation, die ich natürlich bis zum Ende weiter machen werde, weil da im Gesicht, stören mich die Haare schon sehr. 

Also gut, ich zähle jetzt nur noch die Stunden bis zum letzten großen echten trans Ereignis in meinem Leben. (OK, never say never) Und dann werde ich mich davon eine Zeit lang erholen müssen. Das es jetzt ausgerechnet im Sommer ist, na ja - ach was solls, es war sowieso nicht geplant, dass ich verreise. Dazu fehlt mir das nötige Kleingeld und ganz ehrlich, solange Corona noch immer eine Thema ist, will ich auch gar nicht. Vielleicht ist das dumm, vielleicht ist das das Best was man tun kann. Egal ab OP Tag ändert sich sowieso erstmal sehr viel und da muss Frau sich erst gewöhnen schätze ich. Auch wenn es nach der GaOP so war, als wäre es schon immer so gewesen. Das erstaunt mich übrigens immer noch am meisten. Andererseits wusste ich ja auch schon immer wo mir was fehlt. Und als es endlich so war kehrte nur die all zu lange vermisste Normalität bei mir ein. Bin gespannt, wie das diesmal so wird. Ganz ehrlich. 

Donnerstag, 28. Oktober 2021

Der lange Weg zum Brustaufbau Teil 3 und das ENDE

 20.10.2021

Heute kam der lang ersehnte Anruf der Krankenkasse. Sie haben den Brustaufbau genehmigt.

Das ist für mich der letzte große Schritt den ich noch gehen werde. Damit geht für mich ein langer Weg zu Ende auch wenn ich vielleicht noch etwas brauche bis der Brustaufbau oder die Bartepilation abgeschlossen ist. Damit geht aber auch etwas anderes zu Ende, nämlich dieser Blog.

Ich hatte den im März 2017 im Rahmen meiner Eigentherapie für mich angefangen, gepflegt und auch als Tagebuchersatz und Aufklärung und Hilfe geschrieben. Aber irgendwann muss wohl Schluss sein. 

Für mich ist ein Punkt gekommen, an dem ich sagen kann ich bin angekommen, habe die Zeit der Transition hinter mir gelassen und nun beginnt etwas neues. 

Danke fürs Lesen


Ich lass den Blog noch ein paar Tage stehen. Wer mag, schreibt mir noch was. Habt Ihr so zwar fast nie getan, aber vielleicht kommt das Beste ja am Schluss.




So und nun lasst uns einfach leben!

Mir geht's nicht gut 13.10.2021

 Ja, mir geht es nicht gut. Es sind so viele wichtige Sachen, die seit Monaten offen sind und bei denen es keinerlei Fortschritte gibt. Das hat so einen schlechten Einfluss auf mich. Zunächst einmal sind es ganz besonders existenzielle Ängste, die mich quälen. Ende Januar hatte ich meinen Arbeitsplatz verloren. Ich bin zwar in einer Transfergesellschaft und so zumindest ein Jahr finanziell abgesichert, aber dieses Jahr ist bald vorbei und ich habe noch immer keine neue Arbeit gefunden Ich suche zwar immer nach einem neuen Job und es werden ja auch viele Stellen angeboten, aber was hilft das, wenn da so wenig bis gar nichts dabei ist das für mich passt. Von meiner Transfergesellschaft bekomme ich auch keine Unterstützung mehr, also zumindest was Stellenangebote betrifft. Da kam seit Wochen nichts mehr. Ich  schaue selbst mehrmals wöchentlich beim Jobcenter, Stepstone und anderen. Das dumme ist halt das ich für zu viele Stellen entweder nicht qualifiziert bin, oder ganz einfach überqualifiziert. Was mich auf ziemlich fertig macht, ist die Tatsache das ich extreme Gehaltseinbußen hinnehmen werden muss. Ja, ich gehörte Jahrelang zu den sogenannten Besserverdienenden. Aber wieder so einen Job zu bekommen ist so wie die Stecknadel im Heuhaufen finden. Das was mich jetzt wie ein Bumerang voll trifft, ist die spezielle Abteilung und Tätigkeit die ich in der alten Firma inne hatte. Und ich selbst bin Generalistin und weniger Spezialisten. Und für viel zu viele Stellen werden einfach nur noch extreme Spezialisten gesucht. Erschwerend kommt dann natürlich  auch noch mein Alter hinzu. Mit 56 hat man es in der Tat extrem schwer noch etwas gutes zu finden. Ob es dann zusätzlich eine Rolle spielt, dass ich trans bin kann ich nicht sagen. Ich hatte bislang zu wenig Vorstellungsgespräche und das sagt einem ja auch niemand, ob das eine Rolle spielt. Ich weiß ja nicht mal, wie ich dort beim Vorstellungsgespräch wahr genommen werde. 

Was mich zusätzlich so kaputt macht ist die Sache mit dem Brustaufbau. Jetzt sind bereits 14! Wochen vergangen, seit ich den Antrag dazu bei der Krankenkasse gestellt habe. Und 6,5 Wochen, seit ich die noch gewünschten Unterlagen dazu nachgereicht hatte. Also noch einmal so viele Wochen, wie es gedauert hatte bis nach diesen Unterlagen gefragt wurde. Was das mit mir seelisch macht ist kaum in Worte zu fassen. Jeder Tag länger schiebt eine mögliche OP weiter hinaus. Und selbst wenn ich jetzt die Zusage bekommen würde, wäre das denkbar schlecht in Bezug auf eine neue Arbeit. Es ist ja so das ich, bevor ich keinen neuen Job habe und weiter auf der Suche bin, es mir eigentlich zeitlich nicht leisten kann wieder Wochenlang auszufallen. Und bekomme ich einen neuen Job, so habe ich da erstmal 6 Monate Probezeit. Also alles andere als eine gute Zeit um ins Krankenhaus zu gehen. Und danach? Realistisch gesehen, auch dann kann ich das nicht gleich machen lassen. Also heißt das für mich, das eine OP nicht innerhalb der nächsten 10 Monate erfolgen kann. Und das zu wissen, und gleichzeitig der Leidensdruck der durch die Tatsache der ja unzweifelhaft vorhanden Dysphorie einhergeht ist einfach extrem negativ. Es wirkt sich halt auf so vieles negativ aus. Dazu kommt noch das Gefühl der absoluten Hoffnungslosigkeit. Zu wissen, das ich nichts daran ändern kann verursachen ständige depressive Zustände in mir. Das schlimme ist ja, dass wenn sie mir vor Wochen den Antrag abgelehnt hätten, das ich dann schon operiert worden wäre, weil ich es dann selbst gezahlt hätte. Aber jetzt ist auch das in weite Ferne gerutscht. Ich bin echt verzweifelt, weil ich nicht weis, wie ich noch weiter machen kann. Was ich überhaupt noch machen kann. Es ist einfach so unfair, wie man hier von seiner Krankenkasse behandelt wird, vom MD ganz zu schweigen. Sie wissen doch, das ich das ich trans bin. Sie haben alle Unterlagen bekommen, auch die nachgereichten. Und dennoch bringen sie es nicht fertig über den Antrag zeitnah zu entscheiden. Wenn sie eines damit erreicht haben, dann das es mir absolut schlecht geht. Das in Verbindung mit der Arbeitslosigkeit und der Aussicht darauf noch tiefer zu fallen verstärken die negativen Gedanken in mir. Es ist dieses Gefühl aus Trauer, Hilflosigkeit und Hoffnungslosigkeit das sich da immer stärker in mir verbreitet. Wie soll oder wie kann ich mich da noch selbst motivieren, darauf hoffen, das alles besser wird wenn nichts passiert. Kein Silberstreif am Horizont. Nichts was mich Hoffnung schöpfen lässt. Nichts was mein Leben wieder besser macht. Mein Gott, ich war so Hoffnungsfroh damals als ich den OP Termin bekam. Die Aussicht von nun an ein gutes Leben führen zu können. Diese Hoffnung zerstob mit der Kündigung und diese Behandlung durch die Barmer und den MD sind der berühmte Sargnagel für mich. Eigentlich sollte ich für meinen Fortbildungskurs lernen. Aber wie schon mehrmals in den vergangenen Wochen zieht mich die ganze Situation so runter, dass ich nicht die Kraft dafür aufbringe vernünftig für den Kurs zu lernen, auch wenn mir das was da beigebracht werden soll mir eigentlich Spaß macht und ich durch meine vertriebsnahen Tätigkeiten schon viel aus der Praxis kenne. Aber dennoch braucht man dazu eine große Portion Motivation und die ist durch das oben geschilderte eben leider auf einem Tiefpunkt angekommen. Ich weiß, dass es so wichtig wäre hier zumindest gut abzuschneiden, aber wie soll das noch klappen? Ich habe wirklich Angst davor auch das in den Sand zu setzen, auch wenn ich das nicht will. Aber bislang mache ich das Ganze eben nur sehr halbherzig mit. 

13.10.2021 - Montag hatte ich ein Vorstellungsgespräch. Im Vorfeld war ich da eigentlich sehr optimistisch, aber während des Gespräches wusste ich schon, dass ich es versemmelt habe. Ich habe es versucht mit Würde hinter mich zu bringen und habe mich schon auf dem Heimweg und erst recht zuhause über mich und meine Dummheit dort sehr geärgert. Ich hatte dennoch nicht die Hoffnung ganz aufgegeben. Ich dachte, vielleicht täusche ich mich ja. Ja da war wohl der Wunsch größer wie die Realität, denn heute, 2 Tage später habe ich die E-Mail erhalten, dass ich nicht weiter berücksichtigt werde. Das hat mich wieder einmal sehr betrübt und mich in ein tiefes Loch fallen lassen. Ich weiß gar nicht, wie tief ich noch fallen kann, es hält mich ja doch nichts mehr auf. Ich weiß wirklich nicht mehr wie es noch weiter gehen soll. Klar, ich werde mich wieder etwas fangen und ich werde weiter versuchen eine neue Stelle zu finden, nur ich habe so gar keine Hoffnung mehr. Das ist zwar die verkehrteste Einstellung, aber wenn man nur ständig Tiefschläge erfährt, dann erholt man sich davon immer schlechter. Es passiert schon gar nichts positives mehr in meinem Leben. 

Heute kam noch ein Brief von der Kasse zum beantragten Brustaufbau. Leider auch hier noch immer nichts positives für mich. Ist eigentlich langsam eh egal, wann da was kommt, eine OP ist eh in weite Ferne gerückt. Es läuft halt alles gegen mich. 

Donnerstag, 30. September 2021

Der lange Weg zum Brustaufbau Teil 2

 Am 28.09.2021 hatte ich noch immer nichts von der Kasse gehört. 12 Wochen nach dem Antrag ist nichts entschiede. Ich habe im Internet noch einmal nachgesehen, was man in solchen Fällen machen kann und habe die Homepage der Unabhängigen Patientenberatung gefunden. Dort habe ich dann auch angerufen. Man hat meinen Vorgang aufgenommen und mir gesagt, dass ich in den kommenden Tagen zurück gerufen werden. Gleichzeitig habe ich mich auch bei der Kasse über ihr Formular auf ihrer Homepage beschwert. Ich habe da den ganzen Ablauf dargestellt und ihnen mitgeteilt, dass ich mich von meiner Krankenkasse sehr alleine gelassen fühle. Am 3.09.2021 erhielt ich dann einen Anruf von einer Mitarbeiterin. Meine Güte war das eine. Das war Abbügeln, mehr kann man das beim besten Willen nicht nennen. Das die Situation für mich absolut unbefriedigend ist, scheint da keine große Rolle zu spielen. Ich empfand das Gespräch mit ihr als absolut unfreundlich. Es wurde alles auf den MD abgewälzt. Meine Einwände, dass es auch Fisten gibt innerhalb derer entschieden werden muss, prallten ab. Vielmehr griff die Dame mich an, so hatte ich das Gefühl. Ich sagte ihr dann, dass das Gespräch wohl dann absolut sinnlos ist. Ist es ja letztendlich auch, da man nicht bereit ist irgendetwas für mich zu tun und man sich nur hinter dem MD versteckt. Dieser ist sicherlich nicht unschuldig an dieser Situation. Für mich ist es absolut befremdlich, dass man Unterlagen anfordert, diese kurzfristig zur Verfügung gestellt wird und dann wieder so lange braucht. Morgen sind es immerhin schon 5 Wochen, seit dem der MD die nachgeforderten Unterlagen bekommen hat. Ich bin aber immer noch entsetzt darüber, wie das Gespräch auf meine schriftliche Beschwerde gelaufen ist, und wie man hier mit mir umgegangen ist. Und ich denke, ich werde das nicht vergessen und zu gegebener Zeit hinreichend berücksichtigen. 

Sonntag, 26. September 2021

Der lange Weg zum Brustaufbau Teil 1

 Brustaufbau - wie sich das anhört und wo fange ich am Besten an zu dem Thema? Es gab Zeiten in meinem Leben, da habe ich einen Brustaufbau immer kategorisch abgelehnt. Ja, ich gebe zu, ich habe manche Frauen nicht verstanden, die sich für eine größere Brust operieren lassen. Ich gebe zu, ich konnte mich nicht in ihre Lage hineinversetzen. Und ich hatte oft die extremen Ergebnisse im Kopf von viel zu großen Brüsten. Das hat mich auch immer abgeschreckt für mich selbst. Als ich mit der HRT im April 2019 angefangen habe war ich, was das Thema Brustaufbau betrifft sicherlich etwas blauäugig, oder sagen wir, ich war sehr hoffnungsfroh gestimmt, das mit der Einnahme der Hormone die Natur es schon richten würde und ich dadurch die Brüste bekommen würde, die zu mir passen. Wie groß sie werden würden war mir da ziemlich egal, ich wollte einfach meine natürliche Größe bekommen. Anfangs war es ja auch so, dass nach ein paar Wochen die Brüste leicht anfingen zu wachsen und es gab die typischen Schmerzen da. Oh ich erinnere mich, wie weh das tat wenn man dann auch noch mit irgendwas kollidierte. Und gerade in dieser Phase tat ich das oft... Nun Schmerzen hörten wieder auf. Allerdings auch das Wachstum. Alles was kam waren leichte Erhebungen, mehr nicht. Ich dacht, ja das wird schon noch, gib ihnen einfach Zeit sich zu entwickeln. Ich hatte auch ein für mich viel wichtigeres Ziel das ich erreichen wollte und das war die VÄ/PÄ und natürlich die GaOP. Beides erfolgte 2020 und auch die Korrektur OP ist nun schon ein halbes Jahr her. Man hatte mir einmal gesagt, nach der GaOP gibt es nochmal einen Schub durch die Hormone. Nun ich zumindest habe davon nicht viel erlebt. Die Wirkung der Hormone bei mir ist, nun sagen wir mal so überschaubar. Mein Gesicht wirkt, wenn es geschminkt ist ganz OK, aber ungeschminkt? Ich weiß nicht. Und die versprochene Fettumverteilung? Nix, echt nix. Bei mir hat nur der Bauch richtig zugenommen. Die beiden OP's haben 6 kg mehr bedeutet und das ist die negative Folge der Hormone, ich komme davon kaum runter. Also die Fettumverteilung hat nicht stattgefunden und infolge dessen gab es auch kein nennenswertes Brustwachstum. Ich habe, nachdem es für mich in 2020 bereits abzusehen war, dass da nicht viel mehr passieren wird mich im Lauf der Monate mit dem Gedanken beschäftigt, mich einem Brustaufbau zu unterziehen, auch wenn dies eine weitere OP bedeutet und somit weitere Schmerzen und weitere Risiken. Ich musste leider auch feststellen, das mich das Ausbleiben des Wachstums immer mehr mitgenommen hat. Ich denke für eine trans Frau ist das Thema Brust auch noch einmal ein sehr spezielles Thema. Ich kann es nicht genau in Worte fassen, aber es ist halt schon extrem wichtig. Ich behelfe mir halt noch immer mit Silikoneinlagen in den BH. Das geht fast immer, aber ich bin bei der Wahl der Bekleidung dennoch eingeschränkt. Selbst eine Bluse fürs Büro kaufen ist da schon schwer, sind die meisten Blusen doch mit einem für mich zu tiefen Ausschnitt. Da blickt man halt auf eine flache Brust. Das trifft eigentlich auf jegliche Kleidung zu, die einen tiefen Ausschnitt hat. Noch schlimmer ist es dann, wenn es um Badebekleidung geht. Einen Bikini kann ich da gar nicht anziehen, bei Badeanzügen musste ich dieses Jahr auch lange suchen, bis ich einen fand. Gut, ich war eh nicht dort, wo man einen Bikini anziehen könnte, außer auf meinem Balkon, wo mich eh niemand sieht. Aber die Zeiten werden sich auch mal wieder ändern, hoffe ich und dann? Ja und so fragte ich im April 2021 bei der Barmer an, was ich den für Unterlagen einreichen soll um einen Brustaufbau genehmigt zu bekommen. (Trans Frauen steht ein Brustaufbau zu, wenn es zu keinem Brustwachstum gekommen ist, bzw. die Brust unter Körbchengröße A ist). Gut bis hier in ging es recht schnell, nach wenigen Tagen hatte ich ein Schreiben erhalten, aus dem hervor ging was sie benötigen. Das sind ein Antrag zur OP, ein ärztlichen Schreiben mit Fotodokumentation Unterschrift und Stempel und das alles von der Klinik in der die OP vorgenommen werden soll. Einzige Bedingung der Kasse, die OP muss in einer Klinik erfolgen, die mit der gesetzlichen Krankenkasse abrechnet. Ich dachte da bei mir, gut dann wird das ja nicht so schwer werden und die Kasse wird ja wieder mit ihrer Entscheidung über den Antrag so schnell sein wie beim ersten mal. Ach ja, sie teilte mir auch mit, dass die Unterlagen die ich beifüge in einen verschlossenen Umschlag kommen und das ganze an den Medizinischen Dienst zur Begutachtung geht. OK, kein Problem damit, ist halt so. Ich vereinbarte in 3 Kliniken einen Vortermin. Den ersten hatte ich Anfang Juni im Südklinikum in Nürnberg in der ambulanten Sprechstunde. Das alles war recht angenehm und die junge Ärztin ging auch auf alle meine Fragen und Wünsche ein. Nach dem Besuch hatte ich ein gutes Gefühl. Sie sagte mir, dass ich die Unterlagen Ende der nächsten Woche haben sollte. Gut es wurden mehr als zwei Wochen daraus, aber immerhin war das Schreiben und die Bilder alles OK. Ende Juni hatte ich dann das nächste Gespräch im Uni Klinikum Erlangen. Das machte eine junge Assistenzärztin, die zwar ganz nett war, aber die meinte Fotos machen wir hier nicht, nur einen Bericht und wenn der MD das will kann er ja auf uns zukommen. Super. Ich weiß, dann wird dies nichts. Interessant war, dass mir beide Kliniken jetzt was anderes sagten, wie die Implantate gelegt werden. Die einen meinten es wäre besser unter den Brustmuskel, die anderen meinte über den Brustmuskel... Das 3. Gespräch hatte ich Anfang Juli in einer Klinik in München, aber die sind schon aus dem Rennen ausgeschieden. Am Montag drauf schickte ich per Post die Unterlagen an die Kasse. Mehr als eine Woche später erreichte mich ein Brief, in dem sie mir mitteilten, das die Unterlagen an den MD geschickt werden müssen und das die Entscheidung abgewartet werden müsse. Nach 6,5 !!! Wochen erhielt ich einen Brief von der Kasse, in dem sie mir mitteilten, dass der MD noch zusätzliche Unterlagen von meiner Endokrinologin benötigen würde und das ich diese innerhalb einer Woche nachreichen muss. Das ganze ist schon sehr grenzwertig, weil über den Antrag innerhalb von 5 Wochen entschieden sein muss, wenn der MD eingeschaltet ist. Ich rief bei der Kasse an und fragt, wie ich innerhalb von so kurzer Zeit die Unterlagen bekommen solle, wo sie sich doch so lange Zeit gelassen haben. Man teilte mir mit, dass ich höchstens ein paar Tage länger Zeit hätte, sonst müsste ich den Antrag zurückziehen und neu stellen, oder Widerspruch einlegen, was dann allerdings Monate dauern würde bis darüber entschieden ist. Ich machte meinen Unmut über so etwas sehr deutlich. Ich rief dann bei meiner Endokrinologin an und versuchte mein Glück. Diese hatte aber in der Woche noch Urlaub. Ich durfte aber das Schreiben der Kasse vorbei bringen damit man es der Ärztin am Montag vorlegen könne. Diese rief mich auch am Montag um 19 Uhr an. Natürlich war sie nicht begeistert darüber. Ich sagte ihr das auch ich ziemlich erbost über die Kasse wäre. Sie sagte dann das sie mir die unterlagen schon schreien würde allerdings müsse sie mich dazu auch sehen. Zum Glück bekam ich am darauf folgenden Mittwoch kurzfristig den Termin und am Freitag schon konnte ich die Papiere abholen. Dies scannte ich ein und sendete sie per Mail an die Kasse. Ich wurde nachmittags zurück gerufen, das die Unterlagen an den medizinischen Dienst weitergeleitet werden. Ich muss mich aber noch gedulden, weil es ist ja immer noch Ferienzeit. Holla? Ist da zu glauben? Sie lassen sich 6,5 Wochen Zeit, geben mir eine Woche Frist für die Unterlagen, die ich einen Tag nach Ablauf eingereicht habe und ich soll mich schon wieder mehr als eine Woche gedulden??? Mittlerweile sind 2 Wochen vergangen und ich habe nichts von der Kasse gehört. Ich komme mir hier schon reichlich veralbert vor. Wenn sie jetzt noch den Antrag ablehnen habe ich die ganze Zeit seit April verschenkt und könnte die OP schon hinter mir haben, dann hätte ich sie nämlich selbst bezahlt. Ja, ich war auch in der Woche nachdem ich das Schreiben von der Kasse bekommen hatte in einer Privatklinik in Nürnberg zur Beratung. Dort würde mich die OP 9.800 EUR kosten zuzüglich Folgekosten in den kommenden Jahren... Ja ist ein teurerer Spaß, den ich hoffe vermeiden zu können. Aber das Verhalten der Kasse finde ich absolut untragbar. Ich bin schon am überlegen, ob ich nicht nach einem möglichen Erfolg der Brust OP die Kasse wechsele. Manchmal muss man einfach die Konsequenzen ziehen. Ist einfach traurig einen so lange hängen zu lassen, aber von mir verlangen die Unterlagen in kürzester Zeit nach zu reichen und dann wieder so einfach zu sagen, jetzt müsse ich aber nochmal länger warten. Das ist einfach nicht fair.

Mittlerweile sind 2,5 Wochen vergangen, das die Kasse meine Unterlagen angeblich an den MD weiter geleistet hat. Natürlich gab es bislang noch keine Entscheidung. Somit sind insgesamt 9 Wochen vergangen. Was für ein Verhalten ihren Versicherten gegenüber.

Und wieder ist viel Zeit ins Land gegangen. Es sind am Freitag genau vier Wochen gewesen, seit die nachgeforderten Unterlagen an dem MD von der Kasse gesendet wurden. Ich hatte am Mittwoch dort angerufen und nachgefragt. Als ich vor 5 Wochen um eine Verlängerung der Abgabefrist gebeten hatte, weil eine Woche für mich zu kurz sei, sagte man mir dann solle ich einen Neuantrag stellen, das dauert dann 3 bis 4 Wochen, wenn ich Unterlagen nachreiche geht es viel schneller. Ich frage mich, was die unter schneller verstehen? Zeitnah über Anträge entscheiden kann da jedenfalls nicht mit gemeint sein.